Samstag, 11. Dezember 2010

Tunnelgedanken

Zwischen Anfang und Ende ist alles ganz still.
Kein Wasserlauf rauscht, keine Schneeflocke will
sich mit trotzigen Bächen vereinen.

An der Kreuzung im Nebel steht eine Gestalt,
sie wendet die Blicke nach innen. Im Wald
– dicht am Stadtrand – da hört man ein Weinen.

Kein Herz, das sich regt, keine Turmglocke schlägt,
kein einziger Vogel lacht laut in den Morgen.
Keine Knospe erwacht, in der Stunde Nacht
vor dem ersten gelinden Sich-regen.

Und auf all diesen Wegen von Norden nach Süd
liegt ein Schimmern auf brüchigem, dunklen Asphalt.
Meine Hände sind kalt, doch ich zittere nicht,
denn am Ende des Tunnels brennt zaghaft ein Licht.

(*g)

© Simone Keil

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