Sonntag, 22. Mai 2011

Kumulonimbus

Die Versuchung des heiligen Antonius von Salvador Dalí

Die Eibe reckt ihre Arme.
Es schweigt die Nacht dem Morgen zu.
Kein Platz für Verzagte, keiner für ein mantelloses Kind.

Und dort, wo die Wolken die Krone berühren,
verharrt ein Gedanke im Flug,
erschauert sich die Federn aus.

hätte die nacht auch tausend krallen
es bräuchte doch nur eine
die welt zu tragen
und eine sie loszulassen

Synapsen trennen sich, treiben,
und schlagen mit Macht in den trockenen Boden.
Nur zwei Sekunden weit.

Ich bette den Kopf in Kumulusweiß
und warte auf das Zucken meiner Lider.
Und darauf, dass das Rauschen endet.

vielleicht morgen
vielleicht


© Simone Keil

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