Dienstag, 11. Oktober 2011

Stumm

Zwischen Nachtwache und Tagvertrauen
hattest du das Wort auf deiner Seite.
Es lag mit dem Rücken zum Fenster.
Immer.
Und immer wieder.

Kühlen Herbstwind im Haar
und Sommersprossen auf den nackten Armen.
Und zwischen den Augen eine kleine Falte nur.

Als die Blätter fielen, schloss es die Lider
und wachte hundert Träume lang;
mit dem Rücken zum Fenster.
Nur du hast dich umgedreht.

Und es war immer noch Herbst.
Gestern und Morgen.
Mondkrater in deinen Pupillen –
spiegelnd wie geschliffener Sand.

Lieder vom Fallen,
aus reinweißen Tönen.
Ein Atemzug von hier bis zum Neujahrstag.
Und zwischen den Augen die kleine Falte.
Immer noch.

Wo sonst könnte es wachen,
als neben dir,
mit dem Rücken zum Fenster.



© Simone Keil 2011

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen