Freitag, 22. Juni 2012

Waldi und ich: Die gesammelten Dialoge


Vorak Tyr Hjálmarr der Dritte, eine meiner Lieblingsfiguren aus Corvidæ, hat mich während des Schreibens manchmal fast in den Wahnsinn getrieben, mit seiner unsäglichen Art, und ich musste mich manchmal wirklich arg zusammenreißen. Wir haben uns auf Facebook einige Wortgefechte geliefert, die recht bezeichnend für unsere Beziehung sind. Ich habe die schriftlichen Dialoge gesammelt, in meinem Kopf haben sich aber noch ganz andere Dramen mit dem kleinen Giftzwerg abgespielt…

„Zwerg? ZWERG? Geht das jetzt schon wieder los? Du bist doch …“
„STOP! Oh nein, darauf lasse ich mich nicht nochmal ein.“
„Ich könnte dich …“
„Nein. Ich hör nicht zu!“
„Und ob du …“
„Lalalalalalalalala...“

Also. Hier sind sie, die Dialoge des Grauens. ^^

"Nimm deine Tabletten."
"Ich brauch keine Tabletten."
"Doch, sei ein braves Kind. Schluck die Pille."
"Nein!"
"Nimm sie, dann geht‘s dir besser."
"Nein, ich will das Zeug nicht nehmen."
"Es ist nur zu deinem Bestem, glaub mir. Los, runter damit! Na, geht doch, jetzt wird alles gut."
"Guck mal, wie der Troll lächelt. Süß, ne?"
"Nimm heute mal zwei!"

*

"Hm. Heidelbeerbier. Gar nicht übel."
"Große Mutter Eiche, geht das schon wieder los?"
"Was denn?"
"Was denn? Das fragst DU mich?"
"Auch ein Gläschen?"
"Jetzt, um die Uhrzeit? Hast du deine Pille genommen?"
"Nein. Und ich nehm auch keine mehr."
"Du solltest aber!"
"Nein! Und jetzt verpuff dich, oder ich ruf das Madonna-Double."
"Du bist so ..."
"Ich bin noch viel schlimmer."
"Gnpfff."

*

"Ich kriege nicht mehr Platz, aber DIE. Hä? Ich bin AUCH niedlich!"
"Klar, allein schon die haarigen Füße."
"Veralberst du mich?"
"Nein, würde ich niemals machen."
"Und was noch?"
"Dein Schmerbauch."
"Warum grinst du denn dabei so dämlich?"
"Ich grinse nicht, ich lächle. Alles gut? Kann ich jetzt weiter machen?"
"Okay. Aber sag mir später noch, wie du meine Nase findest."
"Oh man, Zwerge ..."
"Ich bin KEIN Zwerg!"

*

"Geh weg!"
"Los, hopphopp, raus mit dir."
"Hör auf damit, nimm deine Mini-Wurstfinger von meinen Füßen!"
"Okay, ich könnte sie auch ..."
"Aaaah! Weg damit, weg!"
"Aua, bist du irre? Das hat weh getan!"
"Gut! Ich hoffe sie sind gebrochen."
"Hör auf rumzuzicken wie ein Mädchen und steh auf."
"Was hab ich nur verbrochen? Es ist Feiertag."
"Soll ich die Eiswürfel holen?"
"Ich bin verflucht ..."




Die Schauspieler scharren mit den Füßen. Die Diva kotzt ihr Lampenfieber in einen Papierkorb. Das Spotlight ist ausgefallen, die Souffleuse hat sich krank gemeldet, vor den Garderoben hat sich ein Tor zur Hölle aufgetan und die Garderobiere und drei Nebendarsteller verschluckt, die komische Alte hat ihren Text vergessen, aber die Musiker sind voll motiviert. Der Vorhang zum dritten Akt lüftet sich …




„Du versaust es!“
„Glaube ich nicht.“
„Wer soll denn da durchblicken?“
„Keine Ahnung. Brillenträger?“
„Warum hast du mich nicht wenigstens mitgenommen?“
„Vielleicht hole ich dich noch nach.“
„Ach ja. Wie soll das denn gehen?“
„Baumteleportation? Kennst du ’Die Fliege‘?“
„Ich glaube, ich will doch nicht mit.“
„Auch gut ... Noch ein Mon Chéri?“
„Hm.“

*

"Schrulliger Schrank?"
"Jepp."
"Du bist total ..."
"Genial?"
"… irre."
"Danke?"
"Pfff ... Ich halt mich da jetzt raus. Damit möchte ich nicht in Verbindung gebracht werden!"
"Soll ich dich ganz rausschreiben?"
"Und damit die beste Figur? Auf keinen Fall!"
"Was hältst du von 'violette Toilette'?"
"Haben wir noch Bier im Haus?"
"Im Keller."
"Ich bin dann mal weg."

*

„Ich will das nicht lesen.“
„Ich will das auch nicht schreiben.“
„Mich gruselt dabei.“
„Mich auch.“
„Jetzt sind wir zum ersten Mal einer Meinung.“
„Stimmt. Hat also auch was Gutes, oder?“
„Hm. Ich würde mich aber lieber streiten.“
„Ja … Was machen wir denn da mein süßer Zwerg?“
„Ach, du bist doch wirklich zu blöd … Echt dämlich …“
"Ich liebe dich auch!"

*

„Oh nein. Neinneinnein. Nein!“
„Das war eine logische Handlung für den Charakter.“
„Mir egal, schreib das um.“
„Nein.“
„Wenn ich mir mal das Bein breche, was dann?“
„Das ist doch was ganz …“
„Nein, ist es nicht … Mach ich es eben selbst.“
„Finger weg, von der Tastatur, sonst …“
„Was sonst? Bringst du mich um?“
„Ach, jetzt hör auf!“
„Nein, nie nich!“
„Das ist zu befürchten …“

*

„Tomatensuppe. Hm.“
„Was?“
„Nichts.“
„Warum rollst du dann die Augen?
„Nur so.“
„Hörst du bitte auf, dich an die Stirn zu tippen?
„TOMATENSUPPE!?“
„Wären dir Auberginen lieber?“
„Passender. Allerdings.“
„Ach, geh doch raus und guck ob die Schnecken frieren!“
„Gut! Mit denen kann man sicher intelligentere Gespräche führen, als mit dir!“
„Und vergiss deine ZWERGENmütze nicht!“
„Tomaten ...“
„Jetzt reicht's mir!“
„Lass meine ... aua! Du blöde ...“

*

„Und jetzt? Nimmst du mich zurück?“
„Nein, ich glaube nicht.“
„Warum denn nicht?“
„Ich brauch dich nicht mehr.“
„So’n Quatsch!“
„Nein, kein Quatsch. Ich komme gut ohne dich klar.“
„Du wirst heulen, wenn ich wieder weg bin.“
„Wo warst du überhaupt?“
„Sag ich nicht. Wo sind denn meine Mon Chéri?“
„Hat der Hund gefressen.“
„Was? Spinnst du?“
„Hm. Aber ich hab gehört, dass Frau Rowling ein extra Zimmer nur für ihre Mon Chéri Vorräte hat.“
„Echt?“
„Jepp.“
„Kann ich dich mal anrufen?“
„Klar!“
„Also dann …“
„Jo …“

*

„Das haste dir wohl so gedacht, hm?“
„Ja, eigentlich schon. Wäre aber wohl zu einfach gewesen.“
„Wie weit biste denn?“
„286.“
„So weit? Na ja, wird aber ein ziemlicher Scheiß geworden sein, so ohne meine Hilfe.“
„Ach, wie ich das vermisst habe.“
„Brauchste ja nun nicht mehr.“
„Toll!“
„Finde ich auch! Rück mal ein Stück.“
„Bleibt mir was anderes übrig?“
„Träumst du?“
„Viel zu wenig …“

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